Reisen

What if I fall? Oh darling, but what if you fly?

Erin Hanson

Das Reisen gehört schon seit vielen Jahren zu den Dingen, die ich viel mache, und gerne noch mehr machen würde! Durch das Reisen fängt man an nicht nur die anderen Kulturen zu sehen und evtl. zu akzeptieren, nein, man beginnt sie zu verstehen und die Vielfalt zu lieben.

Meine ersten Erfahrungen machte ich als ich ca. 5 Jahre alt war. Ich wollte unbedingt die lieben Großeltern besuchen, die durch eine gute Zugverbindung zu erreichen sind, bei der ich nur einmal umsteigen müsse und am Ziel direkt von meinen Großeltern abgeholt werden kann. Sie willigten ein und legten mir alles nahe was ich zum Reisen wissen musste. Ich bin vorher schonmal mit meiner Schwester Zug gefahren, doch das erste Mal allein ist dann nochmal aufregender!

Als Kind liebte ich eine Geschichte, die mir Mama immer vorgelesen hat und die mir heute noch immer gerne in den Kopf kommt:

Es geht um einen kleinen Jungen der super gerne Zug fährt und da er keine Eltern und kein Zuhause hat kann er das auch soviel machen wie er wollte. Eines Tages kam allerdings der Schaffner und wollte seine Fahrkarte sehen. Als er feststellen musste, dass er dem Schaffner jetzt Geld schuldet, machte er sich auf um das Geld zusammenzutreiben. Er suchte im Zug unter den Bänken und zwischen den Sitzen, durchkämmt alle kleinen Ecken und Kanten bis er zwei volle Hände mit Münzen gesammelt hat. Als sie an einem Bahnhof ankamen, nahm der Schaffner ihn mit in sein Büro und forderte das Geld. Der Junge sammelte jeden Groschen aus seiner Hosentasche und ließ die Hand voll Groschen in die des Schaffners fallen. Der Schaffner zählte es und sagt dem Jungen, dass es leider nicht reicht um bei der nächsten Zugfahrt mitfahren zu können. Der kleine Reisende war traurig und wusste nicht, was er jetzt machen sollte. Der Schaffner blickte von seinem Computer auf, sah den Jungen in der Ecke seines Büros sitzen und machte ein besorgtes Gesicht. Da kam ihm eine Idee. Er gab dem Jungen eine Uniform und einen Stempel, und erklärte dem Jungen wie die Arbeit als Fahrkartenkontrolleur ist. So könne er sich die Fahrt im Zug erarbeiten. Der Junge sog jedes einzelne Wort des Schaffners in sich auf, er strahlt dem Schaffner mit Begeisterung entgegen. So kam es, dass der kleine Junge soviel und solange Zug fahren konnte wie er wollte. ENDE.

Nun kam es, das ich aufgeregt und voller Vorfreude allein im Zug, auf dem Weg zu meinen Großeltern saß. Es war geplant, dass ich beim Umsteigen eine Umsteigehelferin haben würde, die leider nicht erschien. Ein Schaffner vom Bahnhof ließ mich nicht in den Zug steigen, den ich auch ohne Hilfe der Umsteige -helferin gefunden hatte, da ich noch nicht 6 Jahre alt war. Mein Vater musste mich mitten in der Nacht abholen und ich war wieder Zuhause. Tada! Mein erstes Reiseerlebnis. Voller Chaos aber eine schöne Erinnerung.

Als wäre das nicht schon genug an frühkindlicher Reiseerfahrung entschlossen wir, als ich 7 Jahre alt war, mit der ganzen Familie nach Afrika, Addis Abeba zu ziehen. Eine riesige Umstellung, die auch jede menge Probleme mit sich brachte. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase habe ich gefallen an dem Land und der Kultur gefunden. Dort haben wir unsere Urlaube mit dem Besuchen von Kaffeeplantagen, Wüsten oder auch inaktiver Vulkane mit sprudelnd heißen Wasserquellen verbracht. Das war eine einmalige Zeit, in der ich viel lernen konnte. Nicht unbedingt in der Schule, aber wie ich versichern kann, jede Menge zwischenmenschliches.

Als ich zum ersten Mal allein fliegen sollte, war ich auf dem Weg nach Frankreich, Lyon. Mich erwarteten 2 Wochen französisches Landleben in einer Gastfamilie. Besonders schön war, eine Reise mit den Kindern und dessen Freunden in eine Soirée direkt am Fuße des Mt. Blanc. Besonders ungünstig war, dass ich zu Spät wusste wann mein Rückflug geht, sodass mein Aufenthalt um 3 Tage verlängert werden musste. Nicht nur das, sondern auch die Sprachbarriere war eine Hürde, die ich zu überwinden hatte. Eine Reise die seine Erfahrungen definitiv Wert waren!

Mit 16 habe ich durch meinen Vater das Reisen per Anhalter kennengelernt. Er erzählte mir von seinen Reisen durch ganz Europa und steckte mich mit diesem Verlangen nach Abenteuern an. Er half mir dabei meine erste Reise per Anhalter anzugehen. Den gesamten Reiseverlauf könnt ihr auf meinem Instagramprofil verfolgen, den ich sehr detailliert als Storys dargestellt habe.

Seitdem Reise ich beinahe regelmäßig auch als Anhalter um meine Ziele zu erreichen. So bin ich schon durch ganz Deutschland in alle möglichen Himmelsrichtungen bei (mir nicht lange) fremden Menschen mitgefahren.

Statements zum Fahren als Anhalter / Hitch-Hiker / Tramper:

  1. Dich nehmen keine Psychos mit!
  2. Du kommst immer weg, es ist nur die Frage wann. (Meistens schneller als wenn man Zug fährt)
  3. unterhalte Dich mit dem/der Fahrer_in (wenn möglich)
  4. Trau Dich, auch wenn Du ein Mädchen bist! (zu zweit kann man auch Trampen)
  5. Wenn Du misstrauisch bist, sende jemandem Namen und Kennzeichen bevor Du einsteigst.